Das Leben | Was mir 2019 lehrte:

Ich habe nachgedacht, verarbeitet und es für euch hier nun aufgeschrieben – mein Resümee aus dem vergangenen Jahr. Ehrlich und unzensiert.

Mein ehrlicher Jahresrückblick 2019Wenn ich das vergangene Jahr nun mit einem Wort beschreiben müsste, könnte ich mich vermutlich nicht entscheiden. Denn so schön, Herz-erwärmend und bereichernd es auch war, es war auch unheimlich anstrengend. Und es hat mich als Mutter mit einer ziemlich wilden, schroffen Art neu geformt. Denn war mein Mama-Ich nach unserer schweren Zeit in 2018 doch eher einem kleinen, zarten Wölkchen ähnlich, erkennt man in der Form heute wieder ein paar gerade Linien. Kräftige Linien, wie Säulen. Säulen, die mir in den vielen Phasen meiner Kinder ordentlich Kraft geben. An denen ich mich festhalte, wenns um mich laut und windig wird. Die mich oft richtig handeln lassen. Und auch mal nicht. Aber das ist ok. Wichtig ist – so habe ich auch erkannt – dass ich meine Fehler akzeptiere, ausspreche und daraus lerne. Und mir verzeihe. Denn 2019 hat mir auch gelehrt, dass ich mich in all den Stürmen nicht selbst vergessen darf. Dass mein Körper ziemlich streng mit mir sein kann, wenn ich ihn nicht richtig behandle. Dass ich so verdammt viel leiste, und mindestens genau so viel Ruhe brauche. An diesem Punkt muss ich noch arbeiten. Vermutlich mein ganzes Leben lang. Aber wichtig ist: ich habe es erkannt. Und handle. Denn die Taten sind es, die uns ans Ziel bringen. Nicht die Worte. Auch das hat mir 2019 gelehrt: Will ich die Zukunft meiner Kinder auf dieser wunderschönen Erde in Sicherheit wissen, muss ich etwas dafür leisten. Ich muss vor meiner eigenen Haustür kehren und meine Mitmenschen mit meinem positiven Tun inspirieren. Denn lautes, bewusstes Handeln – das braucht unsere Erde. Das braucht die Zukunft unserer Kinder.

Die Welt dreht sich so schnell, die Zeit rast, die Jahre schwinden. Auch das wurde mir 2019 immer mehr bewusst. So oft sehnte ich einfachere Phasen herbei: Können sie nicht schon etwas größer sein? Einfacher sein? Weniger streiten? So oft schwirrten diese Gedanken in meinem müden Mama-Kopf umher. Dicht gefolgt von schlechtem Gewissen – denn wird einem von Müttern mit älteren Kindern eine Sache stets gepredigt, dann ist es jene, dass man es genießen soll, solange sie noch so klein sein. Ich musste dabei immer gezwungen lächeln. Doch als ich kurz vor Silvester den Christbaum abräumte, bemerkte ich plötzlich diese Wehmut, die in mir hochkroch. Dieses schwere Herz, das laut an mein Hirn plädierte: Die Zeit rast! Jeder Tag könnte der Letzte sein! Du hast es doch schon mal hautnah miterlebt! An dem Tag flossen viele Tränen. Ich merkte, dass es da eine Sache gibt, die ich 2020 meinen Vorsatz nenne: Hilfe suchen. Hilfe annehmen. Und mit Hilfe verarbeiten. Ich will mich nicht mehr wie gelähmt vor Sorge fühlen, wenn die Kinder mit meinem Mann eine Autofahrt vor sich haben, die länger dauert als 20 Minuten. Ich will nicht mehr den Druck verspüren, Gutes für Andere tun zu müssen, aus Angst, meiner Familie würde sonst Schlechtes widerfahren. Ich will nicht, dass mein Herz jedes Mal ganz schwer wird, wenn eines meiner Kinder kränklich wirkt. Oder über Kopfweh klagt. Und ich will auch nicht mehr zwanghaft Bilder aus dem Krankenhaus ansehen, um die Dankbarkeit nie verblassen zu lassen. Um nicht zu vergessen, wie gesegnet wir sind. Ich will die drei schlagenden Herzen meiner Kinder genießen, anstatt immer Angst zu haben, sie zu verlieren. Das ist mein Vorsatz für dieses Jahr. Denn alles ist gut. Und um diese zu verinnerlichen, muss ich mir helfen lassen.

2019 entschied ich außerdem, Texte, die mich angreifbar machen, in der Öffentlichkeit keinen Raum mehr zu schenken. Aber es ist so leer hier, ohne meine ehrlichen Gedanken.

Was mir immer wichtig war, ist dass ich mit meinem Blog die Leser erreiche. Und ihnen vermittle, dass wir alle im selben Boot sitzen. Dass hinter jeder aufgeräumten Küche, hinter jedem perfekt gedeckten Tisch und hinter jeder neu tapezierten Wand ein Mensch steckt, der all dies produzierte. Ein Mensch mit Herz. Ein Mensch mit Freuden und Sorgen. Mit Falten, mit Tränen, mit Lachen. Ich bin einer dieser Menschen. Ich liebe es, mein Zuhause schön zu gestalten. Guten Kuchen zu backen. Und euch mit all dem zu inspirieren. Und wenn ich hier nebenbei immer mal wieder ein paar Seelen beruhigen kann, weil der Mensch hinter diesem perfekten Zuhause auch so herrlich unperfekt ist. Dann hab ich genau das erreicht, was ich immer erreichen wollte.

Habt ein wunderschönes und unvergessliches 2020. Möge es gefüllt mit Leben, Liebe und starken Säulen sein.

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